das almkeprojekt

Was – Warum – Wozu – Für wen

Bis zu meinem 32. Lebensjahr (1985) habe ich in Almke gelebt + dort neben einer Tischlerlehre + einem Sozialpädagogikstudium auf dem Hof meiner Eltern gearbeitet, bzw. diesen für einige Jahre + mit einer Betriebsgemeinschaft selbstständig bewirtschaftet. Dahinter stand die Idee, ökologische Landwirtschaft, Sozialarbeit + Kunst auf diesem 45ha – Hof in Verbindung zu bringen + so dem Betrieb eine neue wirtschaftliche Zukunft zu eröffnen, die meinen Neigungen entgegen kam. Während meines Studiums habe ich in der alten Schule den Almker Jugendtreff “die Penne” installiert. Almke hat mein Leben nicht unwesentlich geprägt.

1985 bin ich nach München ans Theater gegangen.

Immer habe ich mich für Menschen + ihre Biografien, Geschichten, Erzählungen + Erinnerungen interessiert, seit 30 Jahren auch vieles davon notiert. Das von mir so genannte almkeprojekt beschäftigt mich seit längerer Zeit + soll zunächst aus den folgenden Bereichen bestehen :

Interviews mit Almker Einwohnern unterschiedlichen Lebensalters, unterschiedlicher Berufsgruppen, unterschiedlicher sozialer + lokaler Herkunft. Im Mittelpunkt stehen biografische + erinnernde Fragen – mit Almker “Ureinwohnern” wird sicher einiges in plattdeutscher Sprache erfragt – es werden aber bestimmt auch noch pommersche, ostpreussische + schlesische Laute zu hören sein – allesamt Dialekte, die im Aussterben begriffen sind. Die Interviews werden mit einer Videokamera aufgezeichnet.

Fotografische Dokumentation der jetzigen Lebensumwelt der Interviewten : Häuser, Wohnungen, Gärten. Das Arbeiten. Die Gesichter. Das Dorf. Sichtung privater Fotoalben, Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente. Eventuell technisches Bearbeiten für Stellwände, für einen Bildband oder Katalog. Notieren einzelner Geschichten + Erinnerungen uä. in freier literarischer Form.

Viele mir bekannte Berichte reichen bis in die 1870er – Jahre zurück : das almkeprojekt versteht sich als ein Bilder – und Erzählbogen vom Fernen ins unmittelbar Zeitgenössische. Wichtig ist mir, die gesprochene plattdeutsche Sprache festzuhalten + Berichte aus einer Zeit zu dokumentieren, als Almke wie die meisten Orte im Wolfsburger Stadtgebiet landwirtschaftlich geprägt war + die Almker im Dorf einen Grossteil ihres Lebensunterhaltes bestritten. Insoweit ist das gesammelte Material auch übertragbar auf andere Ortsteile Wolfsburgs. Das besondere an Almke mag sein, dass bis heute eine intakte + offene Dorfgemeinschaft zu spüren ist :

Use leiwe lüttje Almecke



Das gesammelte + aufbereitete Material (Interviews, Fotos bzw. historische Aufnahmen, vorhandenes Filmmaterial, Geschriebenes) soll der Öffentlichkeit zunächst in Form von Präsentationen + Veranstaltungen vorgestellt werden, in Verbindung mit Dorf – und Hausführungen und unter Einbeziehung von Zeitzeugen.

Es ist daran gedacht, die Videodokumentation (ca. 90 Min.), Katalog und / oder Bildband professionell zu erstellen + in hochwertiger Form zum Verkauf anzubieten.

Als Arbeitszeitraum stelle ich mir zunächst 3 Jahre vor (2009 – 2011).

Als ich von von meinem almkeprojekt zu erzählen begann, ist mir von den Almkern viel spontanes Interesse entgegengekommen + Mitarbeit angeboten worden – was sicher auch daran liegt, dass ich als Einheimischer vielen bekannt bin + mir die Häuser offen stehen. Ich werde auf diese angebotene Hilfe gern zurück kommen.

Professionelle Hilfe + Begleitung bei der Bearbeitung + Sichtung des Film, – und Fotomaterials, beim Filmschnitt, bei der Durchführung der Veranstaltungen etc. haben zugesagt der Almker Werbegrafiker + Fotograf Torsten Fengler, der Fotograf Stuart Mentiply aus Wolfsburg, der Grafiker Tobias Stiefel aus Berlin, der Architekt Guillermo Yanguez, sowie der Almker Andreas Antonczyk mit Licht + Ton + Tag + Nacht. Und nicht zuletzt meine Schwester Anne Bormann.

Über die Unterstützung des Ortsrates Almke / Neindorf, besonders des Ortsbürgermeisters Joachim Sievers bin ich sehr dankbar. Desgleichen für die finanzielle + fachliche Hilfestellung der Stadt Wolfsburg, des Instituts für Zeitgeschichte der Stadt + seiner Leiterin Frau Dr. Schneider – Bönninger.

Besonderer Dank gebührt Eberhard Frey aus Neindorf.

das almkeprojekt versteht sich auch als Beitrag zu Wolfsburgs 70. Stadtjubiläum 2008 + zum 40. Jahrestag der Eingemeindung der Wolfsburger Ortsteile im Jahre 2012 (Gebietsreform).

November 2008 / April 2010
Christian Bormann, Almke // Berlin